Steigende Angebotsmieten in der Schweiz: Prognosen gehen für 2026 von weiter steigenden Mieten aus (z. B. 2 % und mehr), was den Druck im Wohnungsmarkt erhöht.

Experten warnen vor sozialen Spannungen

Die Nachfrage bleibt grösser als das Angebot – und die Wohnungsnot damit bestehen. «Es bräuchte etwa eine Jahresproduktion an Wohnungen extra, um die Wohnungsknappheit zum Verschwinden zu bringen», sagt Fredy Hasenmaile (58), Chefökonom der Raiffeisen.

Auch die ZKB sieht wenig Grund für Optimismus. Die Bautätigkeit werde nicht reichen, auch wenn das Bevölkerungswachstum durch die rückläufige Nettozuwanderung gebremst wird. Grund sei eine aufgestaute Nachfrage, sagt Kubli: «Die Situation am Mietwohnungsmarkt ist für diejenigen, die sich auf der Suche nach einer Wohnung befinden, immer mehr eine Belastung.»

Junge bleiben länger zu Hause

Die Folgen: Jugendliche dürften aufgrund der aktuellen Lage auf dem Wohnungsmarkt länger im Hotel Mama verweilen. Das lässt der deutliche Rückgang der Umzugshäufigkeit dieser Altersgruppe vermuten, so die ZKB.

Dass sich immer weniger Junge heutzutage noch Wohneigentum leisten können, töne zwar nach einem Luxusproblem. «Doch auch das kann langfristig zu sozialen und generationsübergreifenden Spannungen führen», sagt Kubli. Saputelli von der UBS stimmt dem zu: «Die anhaltende Wohnungsknappheit bleibt 2026 die grösste Sorge», sagt er. Sie verhindert eine Entspannung bei den Mietpreisen.